Gewerbeanmeldung ein Muss bei Gewinnerzielungsabsicht

Wer die Absicht hat Einkommen aus selbständiger Tätigkeit zu erwirtschaften, muss in den meisten Fällen ein Gewerbe anmelden. Auch passives Einkommen wie Gewinne von Affiliate-Marketing und Adsense-Klicks gehören dazu. Wann und wo muss ein Gewerbe angemeldet werden? Wie erfolgt der Ablauf? Was ist beim Anmelden eines Gewerbes zu beachten? Welche Verpflichtungen geht man ein? Antworten für Gründer:

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Bereits in dem Augenblick, in dem ein Adsense-Banner auf der bisher rein privat betriebenen Webseite einbinden, wird beabsichtigt Gewinn zu erzielen. Ganz gleich ob dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt ist oder nicht, die Absicht ist es, die zählt. Der Weg zum Wirtschaftsamt, Ordnungsamt oder eben Gewerbeamt ist fällig, um ein Gewerbe anzumelden.

Wann muss ich ein Gewerbe anmelden?

Ein Gewerbe muss angemeldet, wenn Geld verdient werden soll und man nicht in die Berufsgruppen fällt, die als Freiberufler gelten. In den meisten Fällen trifft dies nicht zu und man gehört zur Gruppe der Gewerbetreibenden. Anmelden muss man das Gewerbe nach §15 Abs. 2 EStG, wenn folgende Bedingungen ganz oder teilweise erfüllt sind:

  • eine Gewinnerzielungsabsicht liegt vor
  • die Teilnahme am wirtschaftlichen Verkehr mit Dritten ist ersichtlich
  • Wiederholungsabsicht ist gegeben
  • Man ist selbständig tätig und verantwortet sein Handeln selbst

Wie meldet man ein Gewerbe an?

Eines sollte man sich im Vorhinein überlegen: Was genau will ich alles mit meinem Gewerbe tun? Listet man bei der Gewerbeanmeldung alles genau auf, erspart man sich weitere Kosten durch spätere Gewerbeummeldungs-Vorgänge.
Man sollte hierbei weiträumigig denken und nicht zu exakte Vorgaben geben. Auch wenn man derzeit etwas noch nicht tut, aber später vorhat, sollte man es erwähnen.

Im einfachsten Fall, lädt man sich das Gewerbeanmeldungs-Formular von der Webseite der Gemeine oder Stadt, füllt es am Besten am PC aus und schickt den Ausdruck an das Wirtschaftsamt, Ordnungsamt oder Gewerbeamt. Die Adresse steht auf dem Formular. Beilegen muss man noch eine Kopie des Personalausweises oder Passes mit letzter Meldebescheinigung.

Nach einiger Zeit erhält man das Formular abgestempelt und unterschrieben zurück. Zudem eine Rechnung über 10 bis 65 Euro – das hängt von der Art des Unternehmens und der Stadt ab.

Alternativ kann man den Antrag natürlich auch im Amt direkt ausfüllen und abgeben, hat zwar eine Wartezeit, aber auch gleich die Gewerbeanmeldung in der Hand. Zudem können Fragen abgeklärt und Unklarheiten in der Anmeldung besprochen und ausgebessert werden.

Finanzamt

Nachdem die Daten unserer Gewerbeanmeldung verarbeitet wurden, erhält man die zugewiesene Steuernummer per Post zugesendet.

Nach einigen Wochen kommt zudem der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vom zuständigen Finanzamt. Hier muss man Auskünfte über erwartete Gewinne und Umsätze für die kommenden Jahre geben. Hierbei sollte man vorsichtig kalkulieren, sonst werden schon vorab Steuern fällig, was mitunter gar nicht notwendig ist. Geht man zu niedrig ran, können allerding Steuernachzahlungen fällig wrden.
Zudem muss man Auskunft über weitere Einkommensarten geben und die Steuernummer eintragen.

Weiterhin gibt man im Fragebogen an, ob das Unternehmen/Gewerbe als Kleinunternehmer geführt werden soll. Das ist gerade anfangs sinnvoll, falls wir nicht mit enormen Einnahmen rechnen (unter 17.500€ pro Jahr), denn dann müssen wir keinerlei Umsatzsteuer abführen. Allerdings können wir anfallende Ausgaben dann auch nicht als Vorsteuer geltend machen. Wer viele Anschaffungen machen muss, kann mit Umsatzsteuer sogar besser fahren.
Der Verwaltungaufwand ist durch die monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldung dann natürlich auch höher.

IHK

Wer ein Gewerbe anmeldet, muss Mitglied in der IHK werden. Dabei wird eine Beitragspflicht erhoben, die allerdings entfällt, wenn wir unter 5.200€ jährlich oder weniger als 25.000€ in den ersten beiden Gründungsjahren verdienen.
Die IHK veranstaltet regelmäßig Seminare und Vorträge, deren Besuch sich durchaus lohnen kann.

Steuern

Mehwertsteuer/Umsatzsteuer

Mit weniger als 17.500€ Verdienst im Kalenderjahr kann man die Kleinunternehmerregelung wählen. Dann allerdings darf auf Rechnungen dann nicht die Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Ansonsten rechnet man 19% auf den Preis an, die dann – nach Abzug der aufgewendetetn Steuer – ans Finanzamt abgeführt werden müssen.

Einkommensteuer

Die Einkommensteuer wird fällig, wenn der Freibetrag von 8.004€ überschritten wird. Pauschal berechnen lässt sie sich nicht, denn sie hängt stark von den Einnahmen ab. Die Steuerbeträge variieren zwischen 14% und 42%, die sich an der Höhe unserer Einkünfte orientiert.

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer muss gezahlt werden, wenn die Einnahmen 24.500€ übersteigen. Die Steuer wird fällig, auf alle Einkünfte oberhalb der Grenze. Der Gewerbesteuersatz ist in den Gemeinden unterschiedlich.

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