Urteil: „Tell a Friend“ Funktion ist unzulässige Werbung

Nach einem Urteil aus dem September 2013 wird die oft genutzte „Tell a Friend“ (Einem Freund weiterempfehlen) Funktion auf Webseiten nun offiziell als unzulässige Werbung eingestuft. Damit sind Abmahnungen des Seitenbetreibers durch die Nutzung der Funktion durch Dritte wegen Werbespam möglich, auch wenn diese keine Werbung enthält. Man sollte die Funktion von der Website entfernen. (4SJ552TKFY4P)

rechtsurteil

Seit dem 12. September 2013 steht laut dem BGH-Urteil (Az.: I ZR 208/12) fest, dass die beliebte „Tell a Friend“ (Einem Freund weiterempfehlen) Funktion auf Webseiten unzulässig ist. Das Gericht stufte diese Funktion nun als Werbung ein.
Nach deutschem Recht darf Werbung per Email nur mit ausdrücklicher Einwilligung des Empfängers verschickt werden. Diese wird in der Regel durch das Double-Optin-Verfahren, welches nun allerdings auch nicht mehr als absolut rechtssicher gilt, eingeholt.
E-Mails, die über die „Tell a Friend“ Funktion von Websitebesuchern an (hoffentlich) Bekannte versendet werden, sind laut BGH-Urteil “unverlangt versandte Werbe-E-Mails des Unternehmens” und werden als Werbespam eingestuft.

„Tell a Friend“ ist ein beliebte Marketing-Instrument

Website-Besucher können durch Angabe Ihres Namens und der Email-Adresse vorgefertigte Texte mit einem Link zur Seite oder Angebot an einen Freund oder Bekannten per Email senden. Mit dem Besucher als Absender ist die Chance größer, dass die Email auch gelesen wird. Darin der Vorteil für das Unternehmen hinter der Website und dem Marketing-Aspekt.
Viele Webseiten, wie z.B. Ebay, nutzen diese „Tell a Friend“ – Funktion schon seit Jahren und nach dem Urteil nutzen auch immernoch viele Internetseiten diese Funktion.

Schon mehrere Urteile zur Funktion

Es liegen schon mehrere Urteile aus der Vergangenheit zu dieser Frage vor, die alllerdings spezielle Besonderheiten aufwiesen und nur bedingt verallgemeinert werden konnten. Mit dem aktuellen BGH-Urteil ist die rechtliche Situation nun eindeutig. Das Unternehmen haftet für E-Mail, die über ihre Webseite eigentlich von Dritten verschickt wurden.

Das Urteil ging aus der Klage eines Users hervor, der mehrfach unerwünschte Emails über eine solche Empfehlungsfunktion erhalten hatte. Trotz Abmahnung der Webseite erhielt er weitere E-Mails und klagte schließlich auf Unterlassung. In den ersten Instanzen erhielt das Unternehmen Recht, mit der Verteidigung, dass die E-Mails keine Werbung enthalten hätten und von Dritten verschickt worden seien. Nun entscheid das BGH für den Kläger.
Bei Zuwiderhandlung droht dem Unternehmen ein Ordnungsgeld bis zur Höhe von 250.000 Euro.

geralt by Pixabay.com (CC0 1.0)
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Kommentar verfassen

2 Kommentare
  • Trackback von Homepage am

    … [Trackback]

    […] Read More Infos here: german-business-portal.de/news/urteil-tell-a-friend-funktion-ist-werbung/ […]

    Antworten

  • Trackback von Homepage am

    … [Trackback]

    […] Informations on that Topic: german-business-portal.de/news/urteil-tell-a-friend-funktion-ist-werbung/ […]

    Antworten

Ähnliche Artikel